Was für ein Luxus! Für jeden Bergwanderer steht ein Guide zur Verfügung! Da soll mal einer sagen, dass SERVICE bei der Naturfreunde-Ortsgruppe Rudersdorf nicht großgeschrieben wird!
Gemäß Wetterbericht ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es ab Mittag in der Atmosphäre Rock & Roll spielt – und das ordentlich! Also entschließen ich nach Rücksprache mit Joachim, dass wir bereits um 6 Uhr in Rudersdorf Richtung Waldheimhütte aufbrechen. Für uns beide das normalste der Welt – wir sind als passionierte Berggeher frühes Aufstehen gewohnt. Wenn’s ab Mittag gewittrig wird sollte man bereits vom Berg herunten sein – und daher die Tour entsprechend adaptieren.
Wir kommen um ca. 07:40 Uhr bei der Waldheimhütte an und das Wetter ist ideal. Am heutigen „Speiseplan“: Waldheimhütte (1620 m) - Wildsee – Fuchskogel (2214 m) – Zirbitzkogel (2396 m – der höchste Gipfel der Seetaler bzw. der gesamten Lavanttaler Alpen) – Rotheide – Waldheimhütte. Oder anders ausgedrückt: 16,7 km und 900 Höhenmeter. Die Bergwanderung beginnt leicht und gleichmäßig ansteigend. Ideal zum Aufwärmen. Kurz vorm Wildsee die erste etwas steilere Passage. Bereits dort merken wir, dass der Wind heute doch seine Kraft zeigt und falls auch noch die Sonne hinter den vereinzelten Wolken in Deckung geht, es sich etwas frisch anfühlt. Beim Wildsee gibt es die erste Pause und erste Stärkung. Dann geht es um den See herum und zunächst noch etwas steiler ansteigend aber dann flacher über Almwiesen zum großen Holzkreuz des Fuchskogels. Dort werden erstmal die Jacken angezogen da der Wind doch auffrischt, das Panorama kurz genossen und Fotos geschossen. Im Blickfeld ist bereits der Gipfel des Zirbitzkogels mit der knapp darunter liegenden Hütte. Und wir sind froh, dass das Wetter anscheinend aushält.
Vom Fuchskogel geht es über den Kamm in ca. 30 min auf den Gipfel des Zirbitzkogels. Das Panorama ist heute leider nicht so großartig da es ziemlich diesig ist. Bei idealen Bedingungen sieht man vom Zirbitzkogel im Westen sogar die „Tauernkönigin“ – die Hochalmspitze (3360 m – meiner Meinung nach einer der schönsten 3000er in Österreich). Aber das Leben ist kein Wunschkonzert und wir genießen die Lichtstimmung die sich aufgrund der etwas dunkleren Wolken, die vom Nordwesten heranziehen, bietet. Am Gipfel wundern wir uns, dass wir den Gipfel ganz für uns allein haben – das passiert normalerweise nie an einem Sonntag, denn der Zirbitzkogel gehört wohl zu einem der beliebtesten Wanderberge Österreichs.
Aufgrund des Windes entscheiden wir uns nur kurz am Gipfel zu verweilen und dann möglichst rasch abzusteigen. Zurück zur Waldheimhütte geht’s über die Rotheide. Pünktlich um 12 Uhr kommen wir, nach wie vor bei Sonnenschein und Wolken, wieder beim Parkplatz an. Dann gibt’s erst mal Radler, Kaspressknödelsuppe und Heidelbeerkuchen – mit echten Heidelbeeren von der Alm! So lässt sich ein gelungener Wandertag kulinarisch einwandfrei beschließen!
Ca. 30 min nachdem Joachim und ich wieder in Rudersdorf gut angekommen sind die erste Unwetterwarnung für den Raum Graz. Und ca. 90 min nach unserer Ankunft, schüttet es auch in Rudersdorf. Ich schaue beim Fenster raus und denke mir: Alles richtig gemacht heute! War ein lässiger Bergtag mit genau dem richtigen Bergkameraden!