„Ups, da ist was schief gelaufen…“. Wir stehen vor unseren Autos am Parkplatz in der Nähe vom Teichwirt und Devaki berichtet gerade Michi am Telefon, dass Sie bereits am Parkplatz vom Klettersteig sind – auf der anderen Talseite. „Shit“ denke ich, da habe ich mich nicht klar ausgedrückt bei unserer Abfahrt vor ca. 80 min in Rudersdorf. Eigentlich war geplant, dass wir alle gemeinsam vom Teichwirt weg marschieren – 12 Wanderer (darunter 4 sehr motivierte Kiddies) und Snoopy, der Haushund der Familie Peischl sowie 8 Klettersteigkraxler. Ist passiert, mach ma das Beste draus. Bei der Klettersteigpartie am Klettersteigparkplatz sind Gott sein Dank auch erfahrene Klettersteiggeher dabei und so entscheiden wir, dass wir einfach in drei Gruppen heute den Hochlantsch (1720 m) erwandern bzw. erkraxeln. Michi führt die Wanderer auf dem Klassiker – der „Hochlantsch-Runde“. Vom Teichwirt geht es auf den Hochlantsch und der Abstieg führt über den Steirischen Jockl wieder retour zum Teich.
Die Partie vom Klettersteigparkplatz wird von den Klettersteigerfahrenen Markus, Devaki und Magdalena angeführt. Und ich hab heute, aufgrund des kleinen Fauxpas, die kleinste Gruppe – lediglich Joachim und ich machen uns bei sehr warmen 15°C in kurzer Hose und T-Shirt vom Teich auf den Weg Richtung Steirischen Jockl.
Es ist wunderbares Wanderwetter und für die Jahreszeit eigentlich zu warm. Joachim ist echt gut drauf und wir können ein recht flottes Tempo gehen. Verschwitzt kommen wir beim Jockl an und dort gibt’s zur Labe ein schönes sonniges Platzerl auf der Terrasse, einen genialen Ausblick auf die umliegende Bergwelt inklusive Rennfeld und Hochschwab sowie Kaffee, Bier und Cola. Nach 20 min in der Sonne sind wir wieder trocken und steigen dann über Schüsserlbrunn ab, um zum Zustieg des Klettersteiges zu gelangen. Nachdem heute Kaiserwetter ist, befürchte ich Stau am Klettersteig (der passenderweise Naturfreunde- bzw. Franz Scheikl-Klettersteig heißt) – aber es sollte bei Joachim und mir anders kommen. Zuletzt geht’s noch recht steil zum Einstieg des Klettersteiges wo wir unsere Klettersteigausrüstung anlegen und zu meiner Überraschung ist lediglich eine weitere zweier Partie gleichzeitig mit uns bei Einstieg. Sie klettern zwar vor uns los, nachdem Sie aber merken, dass wir etwas flotter sind, lassen Sie uns gleich vorbei.
Joachim und ich können so zunächst unser eigenes Tempo gehen. Für Joachim ist es der erste Klettersteig heuer, er macht es aber sehr geschickt und meistert auch die schwierigeren Stellen gekonnt. Man merkt, dass er heute in seinem Element ist. Im weiteren Verlauf stoßen wir im Klettersteig noch auf eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die meiner Meinung nach noch etwas zu klein für den Steig sind, und auf eine gemischte Partie mit einer jungen Frau, die sich in manchen Stellen sichtlich nicht wohl fühlt. Überall lässt man uns nach einer kurzen Wartezeit an geeigneten Stellen passieren und so sind wir auch weiterhin eigentlich Stau frei unterwegs. Ganz oben an der Schlüsselstelle (C) stoßen wir noch auf eine größere Männergruppe die noch kurz Rast gemacht hat und vor uns wegkraxelt. Die Buam haben aber ein gutes Tempo drauf und so wird auch die Schlüsselstelle knapp vorm Ausstieg in flottem Tempo bewältigt. Zuletzt geht es noch in voller Klettersteigmontur die letzten 15 min auf den Gipfel. „Im Klettersteig war’s definitiv lässiger“ denken sich Joachim und ich unisono.
Oben am Gipfel sind wir überrascht noch die Klettersteiggruppe mit Markus, Devaki ihren Kiddies samt Freund und Magdalena zu treffen. Sie berichten, dass bei Ihnen ein ordentlicher Stau am Klettersteig war und sie deshalb etwas länger gebraucht haben. Ich bin froh, dass alle gut oben angekommen sindund dass wir uns am Gipfel zumindest noch getroffen haben. Die von Michi geführte Wandergruppe ist da schon beim Abstieg und knapp vorm Steirischen Jockl. Wir machen noch ein gemeinsames Gipfelfoto bevor sich die anderen Kraxler dann auch schon an den Abstieg Richtung Jockl machen. Sie nehmen von dort dann auch gleich André, Devakis Sohn, mit, unseren kleinen Helden von der 3000er Tour auf’s Säuleck, bevor es dann wieder runter geht zum Klettersteigparkplatz beim Gehöft Zirbisegger.Joachim und ich machen noch eine kurze Gipfelrast, bevor es dann flotten Schrittes retour Richtung Teich geht. Dort angekommen überlegen wir kurz: die Wandergruppe ist jetzt sicher noch beim Jockl und bis die hier sind vergehen sicher noch 90 Minuten. Ich gebe Michi Bescheid über unsere Entscheidung, dass wir daher schön langsam aufbrechen werden. Und ca. 90 min später sind dann auch Gott sei Dank alle Wanderer wieder wohlbehalten und hungrig am Teich angekommen und ich glaub der Teichwirt hat sich dann sehr über Ihren Besuch gefreut… .
Da ich nicht miterlebt habe, wie es den Wanderern ergangen ist hier ein Resümee von Michi:„Um ca. 9:30 war Beginn unserer Wanderung bei wunderschönem Herbstwetter auf den Hochlantsch. Auch vierbeinige Begleiter reihten sich unter die Teilnehmer. Mit einigen Pausen inkl. Stärkung schafften wir es nach 2 Stunden und 20 Minuten auf den Gipfel mit 1720 hm. Ein großes Lob an die jungen Teilnehmer unter uns, sie meisterten den Aufstieg bravourös!Nach längerem Aufenthalt auf dem Gipfel starteten wir unseren Abstieg Richtung Steirischen Jockl. Auch hier bewiesen die Kinder Geschick und höchste Konzentration. Das wurde mit einer kleinen Stärkung beim Steirischen Jockl belohnt.
Weiter ging es noch 1,5 Stunden Richtung Teichalm. Sichtlich hungrig aber gut gelaunt kehrten wir beim Gasthof zum Teichalmwirt ein, um den wunderschönen Tag Revue passieren zu lassen. Alles in allem war es ein wunderschöner, herbstlicher Wandertag.“